Semislick-Test: Michelin Pilot Sport Cup 2 vs. Pirelli P Zero Trofeo R vs. Toyo Proxes R 888

Das Sportwagen- und Motorsport-Magazin „sport auto“ hat neben sechs sportlichen Straßenreifen drei Semislicks getestet. Im „sport auto“ Trackday-Sportreifen-Test 2018 (Ausgabe 4/2018) treten der Michelin Pilot Sport Cup 2, der Pirelli P Zero Trofeo R und der Toyo Proxes R888 gegeneinander an.


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Semislick-Test- Michelin Pilot Sport Cup 2 vs. Pirelli P Zero Trofeo R vs. Toyo Proxes R 888

Ein Hinweis zum Toyo Proxes R888: Der japanische Semislick wird nicht mehr produziert und wurde schon lange durch den Toyo Proxes R888R ersetzt.

Alle Reifen wurden im Trockenen und bei nassen Bedingungen getestet. In die Bewertung flossen sowohl objektive (also gemessene) als auch subjektive Bewertungen ein. Getestet wurden Reifen der Dimension 245/35 R19 vorne und 265/35 R19 hinten auf einem BMW M2. Gefahren wurden alle Reifen mit einem Warm-Luftdruck von 2,5 bar vorne und hinten. Das bedeutet aber auch, dass die Semislicks nicht in ihren jeweils optimalen Luftdruck- und Temperaturbereichen gefahren wurden.

Trackday-Fahrer werden nun vor allem auf die Rundenzeiten linsen. Auf dem 2,77 Kilometer langen Handlingkurs ist der Pirelli P Zero Trofeo R eindeutig der schnellste Reifen. Der BMW M2 hakt die Rundenzeit mit dem italienischen Semislick in 71,28 Sekunden (1:11.28 Minuten) ab. Der Michelin Pilot Sport Cup 2 benötigt 0,56 Sekunden länger. Der Toyo Proxes R888 ist der langsamste der drei Semislicks.

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Im Nassen ist gegen den Michelin Pilot Sport Cup 2 kein Kraut gewachsen. Der französische Semislick fährt die Runde auf dem bewässerten, 2,3 Kilometer langen Handlingkurs in 113,27 Sekunden (1:53.27 Minuten). Eine sensationelle Rundenzeit, wenn man sich die Zeiten der beiden anderen Reifen ansieht: Der Pirelli P Zero Trofeo R benötigt 119,14 Sekunden (1:59.14 Minuten), der Toyo Proxes R888 120,35 Sekunden (2:00.35 Minuten). Damit ist der Michelin fast sechs Sekunden pro Runde schneller als der Pirelli und mehr als sieben Sekunden als der Toyo. Damit zeigt sich wieder, dass der Michelin Pilot Sport Cup 2 ein immens guter Reifen ist, der überall schnell ist!

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Pirelli vor Michelin und Toyo

Mit einer Benotung von 10,7 Punkten (inklusive Komfortbewertung 9,0) setzte sich der Pirelli P Zero Trofeo R durch. Das Fazit der „Sport Auto“: Der Trofeo R sei ein sehr souverän fahrbarer Semislick mit überragender Präzision und hohem Gripniveau. Er sei zudem sehr fahrstabil und spurtreu. Negativ fiel auf, dass der Italiener wenig Komfort biete und über einen spitzen Traktionsabriss im Nassen verfüge.
Urteil: „Sehr empfehlenswert“.

Dahinter reiht sich der Michelin Pilot Sport Cup 2 ein. Seine Punktzahl: 10,3. Inklusive der Komfortkomponente setzt sich der Franzose mit 9,7 Punkten gar an die Spitze. Im Fazit attestiert „Sport Auto“ dem Pilot Sport Cup 2, dass er ein sehr universell einsetzbarer Trackday-/Cupreifen mit sportiver Lenkansprache, guter Rückmeldung und breitem Reserveangebot sei. Universell einsetzbar auch deshalb, weil der Michelin die mit Abstand beste Nässe-Bewertung der drei Semislicks holte. Urteil: „Sehr empfehlenswert“.

„Mit sehr gutem Grip, guter Präzision und breitem Grenzbereich fährt sich der Toyo mit großen Lenkwinkeln fast wie ein Slick“, heißt es bei „Sport Auto“. Negativ fiel der Testredaktion das laute, dröhnende Abrollgeräusch im Cockpit auf. Insgesamt holte der Toyo Proxes R 888 9,9 Punkte (inklusive Komfortbewertung 9,1).
Urteil: „Empfehlenswert“.

Pirelli P Zero Trofeo R mit der schwächsten Brems-Performance

Beim Bremsen dann eine Überraschung, die den Testsieg des Pirelli P Zero Trofeo R etwas schmälert: Der Italiener kommt aus 100 km/h „erst“ nach 34,2 Metern zum Stehen. Da sind der Toyo (32,4 Meter), der Michelin Pilot Sport Cup 2 (32,9 Meter) und gar zwei Straßenreifen (Michelin Pilot Sport 4S mit 33,5 Metern und der Continental SportContact6 mit 34,0 Metern) besser.

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Die Leistungen der Semislicks in der Übersicht:

Testdisziplin Pirelli P Zero Trofeo R Michelin Pilot Sport Cup 2 Toyo Proxes R 888
Bremsweg trocken (40%) 10 12 12
Spurwechselsicherheit trocken (10%) 12 9 10
Lenkreaktion trocken (10%) 11 12 9
Handling nach Zeit trocken (15%) 12 11 11
Handling subjektiv trocken (15%) 12 10 10
Race-Wertung (ohne Komfortkomponente) 10,7 10,3 9,9

[Eigene Darstellung, Daten: „Sport Auto“ 4/2018]